In der Nacht vor dem Hahnenkammrennen feiern 2.500 Gäste mit der Weißwurstparty das Fest des Jahres.
Stanglwirt Balthasar Hauser lebt nicht nur alte Traditionen, er schafft auch neue. Eine entstand ganz zufällig. Und zwar im Jahr 1992. Damals war das Rennwochenende in Kitzbühel für die österreichischen Skifahrer kein wirkliches Freudenfest. Der Schweizer Franz Heinzer bretterte gleich zweimal hintereinander am schnellsten über die Streif, die Österreicher glänzten durch Patrick Ortlieb nur bronzefarben. Wenigstens gab es Trost: Der bayerische Metzgermeister Toni Holnburger lud die Abfahrer nach dem Training am Freitag zur Verkostung seiner berühmten, original bayerischen Weißwürste an den Stammtisch im historischen Gasthof. Es wurde ein gemütliches Besammensein unter Freunden. Also dachte man im nächsten Jahr an eine Wiederholung.
1993 kamen schon mehr Gäste, schließlich mussten Einladungen verschickt werden, um dem Andrang Herr zu werden, gegen Ende des Jahrtausends stand schon der ganze Restaurantbereich im Zeichen der Weißwurst. „Man brauchte eine halbe Stunde, um von einem Ende zum anderen zu kommen“, erinnert sich ein Partygast an die damalige Zeit. Also übersiedelte man in die Reithalle, verpflichtete weltbekannte Bands und Entertainer, engagierte zur Verfeinerung von Holnburgers schmackhaften Weißwürsten noch Starkoch Alfons Schuhbeck, der Rest ist Legende. Das Fest zieht mittlerweile mehr als 2.500 Gäste an, die 5.000 Paar Weißwürste und ebenso viele Flaschen Bier verdrücken. Mehr als 200 Medienvertreter aus der ganzen Welt bitten Stars wie DJ Ötzi, Prinz Albert von Monaco, Zucchero, Uschi Glas und viele, sehr viele andere um Wortspenden. Im Morgengrauen, wenn die Weißwurstparty langsam zu Ende geht, verabredet man sich fürs nächste Jahr. Zur Weißwurstparty beim Stanglwirt, am Freitag im Rahmen des Rennwochenendes in Kitzbühel.