Seite 100 - Bio-Hotel Stanglwirt | Jubiläumsmagazin 400 Jahre

Ortswechsel: Hansi Hinterseer hat die Massen hinter sich gelassen.
Auch im Hause seines Freundes Balthasar Hauser trägt er seine obli-
gatorischen Fellstiefel. Das ist schon der einzige Unterschied zu den
vielen anderen Gästen im Nobelhotel Stanglwirt. Denn eigentlich will
er ja gar kein Prominenter sein. „Ich bin auf der Alm aufgewachsen
und habe dort gelernt, auf welche Dinge es im Leben wirklich an-
kommt. Der sogenannte Luxus macht nicht immer glücklich.“ Hansi
Hinterseer bewundert das geschäftliche Geschick des Stanglwirts.
Doch treffen sich schließlich hier zwei auf der gleichen Ebene. Baltha-
sar Hauser bewundert wiederum den Hansi Hinterseer: „Könnt’st mir
grad a paar Griffe zoagen auf deiner Zugin, die Amerikaner werd’n auf
dös ganz narrisch“, erzählt der Stanglwirt vom Wunsch des damaligen
Profi-Skirennläufers, der direkt aus den USA zu ihm auf Besuch kam.
Und will man der Legende – einfach um der Schönheit willen – Glau-
ben schenken, dann fing damals die Musiker-Karriere des Hansi Hin-
terseer an.
Ich bin hier daheim“
Hinterseer ist Kitzbüheler und Hauser aus dem vorgelagerten Going.
Das alpine Städtchen und seine viel kleinere, ruhigere und verträum-
tere Umlandgemeinde kann man sich ohne die beiden Namen gar
nicht mehr vorstellen. Längst sind sie ein Synonym für ein Stück Hei-
mat. Mehr noch: „Ich fühle mich hier nicht nur zu Hause. Ich bin hier
daheim“, unterstreicht Hinterseer seine Kitzbüheler Wurzeln, die fest
im Boden des traditionsreichen Ortes mit seinem mittelalterlichen
Stadtkern und den schroffen Wänden des Wilden Kaisers verankert
sind. Auch wenn es in der Geschichte von Kitzbühel und Hansi Hinter-
seer hin und wieder ein paar kleine Risse gab, das Rad der Zeit drehte
diese Unstimmigkeiten schnell wieder zurecht. Denn all die Schönheit
seiner Heimat hat Hansi oft genug zu Liedtexten inspiriert.
Seine unbekümmerte Authentizität macht sicherlich einen Großteil sei-
nes Erfolges aus. „Es ist ein Geschenk, dass ich mich nicht verstellen
kann“, sagt er auch über sich selbst. Und wenn andere im Umgang mit
Fans oder Journalisten die Profi-Maske aufsetzen, dann kommt Hansi
mit seinem strahlenden Lächeln und mit einem simplen „Griaß di“ auf
einen zu – und gewinnt in der Sekunde Herz und Seele. Empathie
würde man das wohl auf Neudeutsch nennen. Entwaffnende Ehrlich-
keit und ein gutes Selbstwertgefühl wären wohl bessere Beschrei-
bungen. „Jeder, der Hansi persönlich kennt, weiß, dass hinter dem
Star ein durch und durch authentischer Tiroler steht. Was mich neben
der Musik mit Hansi verbindet, sind unsere bäuerliche Kindheit, die
Liebe zur Natur, zur Familie und zur Heimat“, streut Balthasar Hauser
dem Freund und Kollegen üppig Rosen.
Das Sportidol
Wer einmal selbst das Starthäuschen des Hahnenkamm-Rennens be-
sucht und mit eigenen Augen sieht, wie der erste Abschnitt des mit
Abstand gefährlichsten Abfahrtsrennens der Welt im beinahe freien
Fall zu bewältigen ist, der kann nur zu gut verstehen, warum dieser
Mann schon als Teenager so ungreifbar geworden ist. „Meine sport-
liche Laufbahn“, sagt Hansi Hinterseer, „war für mich die beste
»
Ich bin auf der Alm aufgewachsen
und habe dort gelernt, worauf es
im Leben wirklich ankommt. Der
sogenannte Luxus macht nicht
immer glücklich.«
Hansi Hinterseer mit Stanglwirt
Balthasar Hauser beim
Musizieren auf der Zugin.
Herausforderung Alpinski: Hinterseer blieb trotz riesiger Erfolge demütig.
100
Stanglwirt
Das Magazin zum Jubiläum
Hansi Hinterseer
400
Jahre