Seite 106 - Bio-Hotel Stanglwirt | Jubiläumsmagazin 400 Jahre

Wir haben also durchaus viel von der Welt gesehen“, sagt Harald
Feldmann, „aber lieb gewonnene Dinge sollen bleiben, das ist uns
ganz wichtig.“ Seine Frau ergänzt: „Die zwölf Tage im Januar beim
Stanglwirt sind gesetzt, das ausfallen zu lassen, ist undenkbar. Alle an-
deren Reisen bauen wir darum herum.“
Liebe auf den zweiten Blick
Nur – Liebe auf den ersten Blick war es, ehrlich gesagt, nicht. Bei ihrer
ersten Reise Richtung Going waren die beiden Hamburger doch zuerst
etwas enttäuscht. „So dicht an der Straße? Wir waren uns zuerst gar
nicht sicher, ob das auch wirklich das Hotel war, das uns unser Be-
kannter empfohlen hat“, erinnert sich Rita Feldmann. Doch die an-
fängliche Skepsis verflog schnell. „Sobald man die Tür öffnet, ist man
in einer anderen Welt.“
Auch wenn das Reiseziel immer gleich ist, verändern sich doch viele
Dinge. Erst wurden die langen Fahrten mit dem Auto unternommen,
dann kam der bequemere Autoreisezug, der Hamburg und München
über Nacht verbindet; später, nachdem das Fliegen leistbar geworden
»
Die Feldmanns haben die
Stanglwirt-Kinder aufwachsen
sehen. Und waren mit Rat und
Tat zur Seite, als das Hotel immer
weiter ausgebaut wurde.«
gender Markennamen wie Brioni und Ferré weht dann stets ein Hauch
von Mailand durch die Elbstadt. Oder Rita Feldmann verlegt ihre spek-
takuläre Modeschau gleich auf das Kreuzfahrtschiff „MS Deutschland“,
unumstrittener Hauptdarsteller in der TV-Serie „Das Traumschiff“.
Und weil die Tradition bei den Feldmanns nicht nur beim Winterurlaub
eine große Rolle spielt, hat natürlich auch das Damenmodegeschäft
am Neuen Wall eine lange Geschichte: „119 Jahre ist ‚Hoffmann‘ jetzt
alt“, sagt Rita Feldman stolz. Dass die Geschichte der Mode irgend-
wann mal zu Ende erzählt sein könnte, fürchtet sie nicht. „Die Mode
kann nicht mehr neu erfunden, aber immer wieder neu komponiert,
variiert und kombiniert werden“, bringt die Mode-Expertin ihre Über-
zeugung auf den Punkt.
Nicht in die Modezentren Mailand oder Paris, sondern über den Atlan-
tik geht es beruflich bei Harald Feldmann. Er ist Kaufmann, ein Beruf,
der die Hansestadt groß gemacht und eine lange Tradition hat – was
auch sonst? Im- und Export von Lebensmitteln aus Nordamerika ist
das Metier des 62-Jährigen. Das bedeutet, er bringt unter anderem
Peanut-Butter aus den USA und Ahornsirup aus Kanada auf die deut-
schen Tische. Und das mit Erfolg.
»
In der Kirche in Going hat sich
Balthasar spontan an die Orgel
gesetzt und gespielt. Es war
ergreifend, so einen Moment
kann man nicht vergessen.«
Rita und Harald Feldmann haben
die Welt bereist. Aber zum Stanglwirt
kehren sie immer am liebsten zurück.
Gute Freunde: Familie Feldmann mit Stanglwirt-
Direktrice Trixi Moser und Theresa Wallner,
Chefin der Stanglwirt-Bar „Auf der Tenne“.
© Rolf Kriesche
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Das Magazin zum Jubiläum
Feldmanns
Stanglwirt
400
Jahre