Seite 121 - Bio-Hotel Stanglwirt | Jubiläumsmagazin 400 Jahre

Dietmar Zöscher
D
ie Kinder“, sagt Dietmar Zöscher, und man versteht sofort.
Sie waren der Grund, warum er seine Engagements als
stellvertretender Direktor von Top-Hotels in Spanien und
Portugal aufgab und vor drei Jahren beim Stanglwirt einkehrte. Nicht,
dass es seiner Familie auf der lauen iberischen Halbinsel nicht gefallen
hätte. Aber beim Schulabschluss vertraut der gebürtige Steirer doch
lieber auf österreichische Qualität. Wie sonst übrigens auch: Als Food-
&
Beverage-Manager sorgt er beim Stanglwirt dafür, dass Gaumen
und Kehle verwöhnt werden, Feste auch kulinarisch für beste
Stimmung sorgen und Konferenzpausen mit Spezereien gefüllt
sind. Obwohl er bescheiden einschränkt: „Der Sommelier und
der Küchenchef sind Spezialisten, es wäre lächerlich, wenn ich
denen bei der Auswahl der Waren dreinreden würde.“
Keine Chance für Mittelmaß
In diesem Falle kommt Zöscher erst bei den Preisverhandlungen
ins Spiel: „Die Kosten sind aber weniger das Problem. Wir ha-
ben eine unbedingte Qualitätsorientierung; die Herausforderung
ist, die besten Anbieter zu finden und ans Haus zu binden.“ Et-
was anderes als unbedingte Qualitätsorientierung käme schon
aus strategischen Überlegungen kaum in Frage: „Ich glaube, die
Gesellschaft driftet auseinander: Eine Gruppe achtet auf die
Qualität, die andere auf den Preis. Das mittlere Segment verschwin-
det.“ Den Gästen beim Stanglwirt streut er Rosen: „Natürlich sind
unsere Gäste auch bei Getränken und Speisen echte Kenner. Aber sie
haben keine ausgefallenen Sonderwünsche.“ Anderswo hätte er ganz
andere Erfahrungen gemacht, da hätten sich Suiten-Bewohner re-
gelrecht einen Sport daraus gemacht, die Angestellten mit immer
neuem und kaum erfüllbarem Begehr auf Trab zu halten. Warum
das beim Stanglwirt so anders ist? „Meiner Meinung nach liegt
das an der entspannten Atmosphäre im Hotel. Bei uns
braucht es kein Abendkleid und keinen Anzug, um aller-
höchste Standards genießen zu können.“ Der hohe Stamm-
gästeanteil trage ebenso zum entspannten Miteinander bei,
schließlich kenne man einander zum Teil seit vielen Jahren.
Zöscher glaubt, dass Balthasar Hauser mit dem Stanglwirt
ein absolut zukunftsträchtiges Konzept entwickelt hat: „Die
Leute waren doch schon überall auf der Welt und haben dabei
vergessen, wie schön es eigentlich in der Heimat ist.“ Statt
steifer Noblesse sei jetzt Natur und Nähe im Trend – eine
Entwicklung, die der Vielgereiste gut nachvollziehen kann.
Ich bin mit 17 Jahren in die Welt gezogen und auch erst seit
drei Jahren wieder zurück. Meine Familie und ich staunen
jeden Tag aufs Neue, was es hier bei uns noch alles zu
entdecken gibt.“
Essen und Trinken hält Leib und
Seele zusammen. Den Klebstoff
dafür liefert Dietmar Zöscher.
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Das Magazin zum Jubiläum
Stanglwirt
Dietmar Zöscher
400
Jahre
© Albin Niederstrasser, Paul Dahan