Seite 130 - Bio-Hotel Stanglwirt | Jubiläumsmagazin 400 Jahre

Der pensionierte Hauptschuldirektor
OSR Georg Anker ist „Stanglwirtsbua“
und einer der ältesten Freunde von
Stanglwirt Balthasar Hauser.
W
enn Georg Anker am Stammtisch beim Stanglwirt sitzt,
bleibt er nicht lange alleine. Nicht nur, weil er die Familie
Hauser seit vielen Jahren kennt. Sondern auch, weil der
belesene ehemalige Hauptschuldirektor begnadeter Erzähler, Kenner
der Traditionen und gesuchter Sänger ist. Die Liebe zur Musik war es
auch, die den Lehrer aus Ebbs bei Kufstein zum Stanglwirt führte.
Seit 43 Jahren musiziere ich jetzt mit Balthasar Hauser“, natürlich ist
er gemeinsam mit Toni Pirchl auch Teil des beliebten Volksmusik-Trios
Stanglwirtsbuam“. Er verfasste mehrere Bücher, schrieb die neuere
Geschichte des Stanglwirtshauses und dokumentierte die 120 Sänger-
treffen. Auch als Moderator bei Volksmusikveranstaltungen ist er sehr
gefragt. Indirekt war er auch bei Projekten für die Allgemeinheit dabei.
So entstanden der Badesee Going und der traditionelle Handwerks-
markt auf eine Initiative seiner Mitmusikanten Toni Pirchl und Baltha-
sar Hauser. „Ich habe einen großen Teil meiner Freizeit beim Stanglwirt
verbracht“, räsoniert der Kenner Tiroler Traditionen. Spannungen mit
seinem Freund Balthasar Hauser gab es nie. Taucht ein Problem auf,
dann reden wir sehr zielbewusst“. Anker wird vom Stanglwirt auch
immer wieder als Berater und Kritiker hinzugezogen, wenn neue Ideen
im Haus verwirklicht werden sollen.
Aus Freude am Singen
Im Sommer muss Balthasar Hauser auf die Meinung seines Freundes
aber verzichten. Anker liebt als leidenschaftlicher Fischer und Taucher
das Meer. Deshalb bewohnt er in der warmen Jahreszeit lieber sein
Häuschen in Griechenland, ehe er zu Herbstbeginn wieder nach Ebbs
zurückkehrt und über die Wintermonate auf seiner Hütte auf dem
Brixner Sonnberg die Zelte aufschlägt. Und natürlich beim Stanglwirt
einkehrt. Warum er sich hier so wohl fühlt? „Hier gibt es keine Berüh-
rungsängste. Wenn wir musizieren, machen wir das aus Freude am
Singen, nicht zur Unterhaltung der anderen Gäste. Die freuen sich,
dabei sein zu dürfen.“ Namen, Herkunft und Vermögensstand der Zu-
hörer sind den Musikanten egal. Königsfamilien haben ebenso schon
den alten Tiroler Weisen gelauscht wie Toni Sailer oder ein Zufallsgast,
der sich nur am berühmten Krustenbraten laben wollte und dann von
der Stimmung im Gasthof angesteckt wurde. Ankers Fazit: „Ohne Mu-
sik wär der Stanglwirt heute nicht das, was er ist.“ Georg Anker hilft
mit, dieses kulturelle Erbe zu pflegen.
Georg
Anker
Georg „Schorsch“ Anker: Die Liebe zur Musik machte ihn zum Stammgast.
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Stanglwirt
Das Magazin zum Jubiläum
Georg Anker
400
Jahre
© Rolf Kriesche