Seite 136 - Bio-Hotel Stanglwirt | Jubiläumsmagazin 400 Jahre

Der Bürgermeister der Gemeinde Going weiß um die Bedeutung des Stanglwirts für
die Region. Mit der Familie Hauser ist er freundschaftlich verbunden.
T
iroler gelten als sehr eigenständig. Man nimmt die Dinge lieber
selbst in die Hand, statt auf Hilfe von außen zu warten. Josef
Pirchl ist dafür das beste Beispiel. Schon früh stieg er in die
Politik ein, „um Dinge bewegen zu können und den Leuten im Ort zu
helfen“. Da dies bei den großen Parteien nicht so recht funktionierte
und die Grundstücksspekulation im Ort überhandnahm, gründete er
mit einer Handvoll Freunden die KLARE Liste, eine Bürgerbewegung
aus und für Going am Wilden Kaiser. Der Erfolg war gewaltig: Beim
ersten Antreten wurde die Gemeinderatswahl mit einer Mehrheit von
70
Prozent gewonnen, die zuvor jahrzehntelang dominierenden Christ-
demokraten vernichtend geschlagen. Jetzt, als Bürgermeister, will Josef
Pirchl dafür sorgen, dass „die Leute aus Going nicht überfahren wer-
den und es noch Grundstücke gibt, die sie sich auch leisten können“.
Die Lage am Wilden Kaiser mit den herrlichen Ausblicken ist natürlich
international begehrt, die Grundstückspreise sind explodiert. Auch mit
dem Stanglwirt hat er in seinem Amt viel zu tun: „Das Biohotel Stangl-
wirt ist für uns so bedeutend wie Magna für Graz“, weiß er um die
Rolle des größten Arbeitgebers und Steuerzahlers in der Region. Pro-
bleme in der Zusammenarbeit gibt es keine, in einem Dorf wie Going
kennt man sich natürlich, auch Pirchl ist mit der Familie Hauser schon
seit Jahren befreundet. Außerdem versteht er als Unternehmer – Pirchl
vertreibt und verlegt über seine Firma LANZ österreichweit extrabreite
Teichfolien – die Notwendigkeiten eines Betriebes. „Wir sind sehr
froh, dass wir die Familie Hauser in Going haben“, streut er dem Stangl-
wirt Rosen. Persönlich schätzt er das offene Ohr von Balthasar Hau-
ser: „Er ist ein ganz wichtiger Mentor für mich. Balthasar Hauser hat
natürlich viel mehr Erfahrung als ich, vor allem in wirtschaftlichen und
touristischen Belangen, und steht mir oft mit Rat und Tat zur Seite.“
Und wenn einmal Spannungen auftreten, weil die Visionen des Stangl-
wirts bürokratische Abläufe überfordern, „lässt sich das hervorragend
ausdiskutieren und eine sachliche Lösung finden. Der Hauser (typischer
Spitzname für den Vornamen Balthasar, Anm. d. Red.) ist nicht nach-
tragend und versteht unsere Probleme.“ Aber wie man Anliegen von
Bewohnern und Unternehmern sowie Gesetzgeber unter einen Hut
bringt, hat Pirchl ohnehin schon in den Genen. Schließlich waren schon
seine Großväter Bürgermeister in Kitzbühel und Elmau.
Josef Pirchl
Richard Hauser, Landeshauptmann Dr. Günther Platter, Bürgermeister Josef Pirchl, Vizekanzler Finanzminister Josef Pröll und Balthasar Hauser (v. l. n. r.).
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Stanglwirt
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Josef Pirchl
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