Seite 35 - Bio-Hotel Stanglwirt | Jubiläumsmagazin 400 Jahre

te Leibranzen, blumengeschmückte Hüte, Hahnenfedern und Gams-
bärte, ein malerisches Bild, das sich dem Betrachter bietet. Instrumen-
te werden ausgeladen und über den Parkplatz zum Eingang geschleppt.
Wo soll das alles Platz haben?“, fragt man sich unwillkürlich beim
Anblick der riesigen Alphörner und der vielen Harfen.
Eine einzigartige Stimmung
Das gibt ein „Hallo“, wenn sich alte Bekannte treffen! Manchen steht
die Ratlosigkeit ins traurige Gesicht geschrieben, wenn sie ihr „Gspu-
si“ vom letzten Jahr, etwa die fesche Hackbrettspielerin vom Tegern-
see oder den lustigen Gitarristen vom Oberland, nicht gleich ausma-
chen können. Nach der Begrüßung durch die Wirtsleute geht es unter
den Klängen eines Bläserquartetts, das auf dem Balkon Aufstellung
genommen hat, hinauf in die urigen Stuben im ersten Stockwerk. Alle
suchen sich ein eigenes Plätzchen, womöglich in der Nähe von be-
freundeten Gruppen, mit denen sie sich im Vorjahr so gut verstanden
haben. Der Stanglwirt lässt sich nicht lumpen, Essen und Trinken ist
selbstverständlich frei, und so gestärkt kann es losgehen mit der Musik
und dem Gesang. Nervös und immer unter Stress stehend, einen No-
tizblock in der Hand, erscheint der Ansager und möchte wissen, wie er
Wie sollte es weitergehen ohne die wichtigste Person? Ihre Tochter
Maria drängte darauf, das Sängertreffen während des Trauerjahres auf
keinen Fall ausfallen zu lassen, weil das sicher nicht im Sinne ihrer
Mutter gewesen wäre.
Auch „Hauser“, der neue junge Stanglwirt, erwies sich als rechter
Sohn seiner tüchtigen Mutter. Nicht nur, dass er auf dem Gebiet der
Gastronomie neue und erfolgreiche Wege eingeschlagen hat, ist es
ihm auch gelungen, die musikalische Tradition aufrecht zu erhalten.
Als höchsten Verdienst rechnen ihm alle, die wissen was dahintersteckt,
an, dass er die Sängertreffen unter tatkräftiger Mithilfe von Sepp
Landmann weiterhin durchführte und manches dazu beigetragen hat,
dass sie noch weiter aufgeblüht sind. Seine volksmusikalischen „Son-
dierungsreisen“ führten Hauser, selbst ein Sänger und Musikant, kreuz
und quer durch die österreichischen Lande, immer auf der Suche nach
originellen Gesangsgruppen, die noch nie beim Stanglwirt aufgetreten
sind. Waren es früher meist Gruppen aus Tirol, Salzburg, Bayern und
Südtirol, so kamen sie nun aus dem ganzen Alpenland. Es hatte sich
herumgesprochen, was sich in Going in Sachen Volksmusik tut.
Man kann ohne Übertreibung behaupten, dass es im gesamten Alpen-
raum keine Volksmusikveranstaltung gibt, die sich mit der beim Stangl-
wirt vergleichen lässt. Schon die Ankunft der Sänger und Musikanten
im Laufe des frühen Nachmittags ist ein unvergessliches Ereignis. Ver-
treten sind alle Altersgruppen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene,
darunter viele bekannte Gesichter, die man aus Volksmusiksendungen
des Rundfunks und des Fernsehens kennt! Alle erscheinen in ihrer
Tracht, dem kundigen Beobachter verratend, aus welcher Gegend sie
kommen. Fesche Dirndlgwandter, Wadlstrümpf, Lederhosen, bestick-
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Das Magazin zum Jubiläum
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Man kann ohne Übertreibung
behaupten, dass es im gesamten
Alpenraum keine Volksmusikver-
anstaltung gibt, die sich mit der
beim Stanglwirt messen kann.«
Bayerische Originale beim Musikanten-Hoangascht.
Philipp Meikl, Moderator und Sympathieträger des Sängertreffens.
Landesrätin Beate Palfrader (links) mit Balthasar und Maria Hauser.
Sängertreffen
Stanglwirt
400
Jahre