Seite 44 - Bio-Hotel Stanglwirt | Jubiläumsmagazin 400 Jahre

Dann, im Jahr 2006, nach vier Jahren im Ausland, stand auch sie vor
der Entscheidung: Ihr Vater bot ihr an, in den heimischen Betrieb zu-
rückzukehren und den offenen Posten der Direktionsassistentin einzu-
nehmen, andererseits kämpfte das Hotel in San Diego um ihre Gunst.
Sie wählte die Tiroler Heimat: „Ich bin ein Familienmensch, und es
war für mich immer klar, dass ich irgendwann nach Hause zurückkeh-
re.“ Trotz der beeindruckenden Ausbildung und der Erfahrung in re-
nommierten Hotels stieg sie als Assistentin der Hoteldirektrice Trixi
Moser ein. „Obwohl ich in meinem ,Daheim‘ jedes noch so kleine
Kämmerlein kannte, waren mir die operativen Abläufe bei uns im
Stanglwirt anfangs doch noch recht unbekannt. Meine Kollegen haben
mich in den Betrieb eingeführt, es war von Anfang an ein sehr harmo-
nisches Miteinander.“ In diesem Frühjahr definierte sie gemeinsam mit
ihrem Bruder Richard ihr Aufgabengebiet spezifischer. Marketing, PR,
Qualitätssicherung, Beschwerdemanagement und die Großevents wie
etwa die Weißwurstparty sind seither ihr nicht gerade kleines Betäti-
gungsfeld. „Viele haben ein bissl ,Spundus‘ vor Beschwerdege-
sprächen. Für mich ist das eine große Chance: Weil ich dem Gast
zeigen kann, dass wir berechtigte Kritik sehr ernst nehmen und sofort
reagieren. Er muss sehen und spüren, dass wir uns ehrlich und von
ganzem Herzen um ihn bemühen.“ Der Lohn: Aus Beschwerdefüh-
rern hat sie schon sehr oft zufriedene Stammgäste gemacht. Und Mar-
keting, das liegt ihr sowieso: „Die kreative Seite des Geschäfts hat
mich schon immer sehr interessiert.“ Dass ihre wichtigsten Ansprech-
partner im Unternehmen Familienmitglieder sind, stört sie nicht. „ Es
ist es doch ein großartiges Glück, mit seiner Familie etwas gemeinsam
bewirken zu können. Wir haben noch dazu alle unterschiedliche Inter-
essen und Talente, jedoch eine gemeinsame Liebe, die uns verbindet,
nämlich zur Hotellerie und vor allem zum Gast.“ Ihr jüngerer Bruder
Johannes, der eben maturierte und nun eine touristische Ausbildung
anstrebt, hänge sein Herz an die Landwirtschaft sowie Food- and Be-
verage-Management; ihre Schwester Elisabeth, Magistra der Touris-
muswirtschaft und zur Zeit in der Schweiz im Marriott tätig, findet ihre
Stärken vor allem im Bereich Administration und Personalmanage-
ment und ist eine hervorragende Organisatorin von Tagungen jegli-
cher Art. Richard ist der Spezialist in Sachen Strategie und Struktur.
Ihre Mutter Magdalena, die „Seele des Hauses“, wie Familienmitglieder,
Stammgäste und Mitarbeiter zugleich betonen, bringt Ruhe, Kraft und
die enge Beziehung zum Gast. Sie kümmert sich mit Herzblut um die
Großwäscherei sowie um die gesamte Dekoration im Haus und unter-
nimmt als geprüfte Wanderführerin im Sommer regelmäßig Bergtouren
mit den Stanglwirt-Gästen. So spielt das vielstimmige Orchester perfekt
zusammen und schafft eine perfekte Harmonie. Dafür sorgt letzten
Endes der „Kapellmeister“: Stanglwirt Balthasar Hauser.
»
Für mich sind Beschwerde-
gespräche eine große Chance,
dem Gast zu zeigen, dass wir
seine Kritik ernst nehmen und
sofort reagieren.«
Maria Hauser stieg als Assistentin von Hoteldirektrice Trixi Moser (r.) ein.
Balthasar Hauser mit seinem Sohn Richard vor dem Haifisch-Aquarium.
Junges Stanglwirt-Trio: Elisabeth, Richard und Maria Hauser (v. l.).
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Stanglwirt
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