Seite 46 - Bio-Hotel Stanglwirt | Jubiläumsmagazin 400 Jahre

Ein Hai kommt
nach Hause
Wo heute saftiggrüne Wiesen wachsen, schwammen vor 400 Millionen Jahren riesige
Fische. Das Hai-Aquarium im Stanglwirt öffnet den Blick in die Urzeit Tirols.
E
legant gleitet der fast zwei Meter lange Hai durch die Salzwas-
serfluten, nur eine kleine Bewegung im Schwanz genügt, um
den muskulösen Körper in eine andere Richtung schwimmen
zu lassen. Fasziniert verfolgen Besucher der Felsen-Sauna im Stangl-
wirt das Schauspiel. Sie haben freien Blick auf eines der größten
Salzwasseraquarien Österreichs, in dem sich die zwei Schwarzspitzen-
Riffhaie zwischen Weich-, Horn- und Steinkorallen tummeln und eine
breite Palette prächtig gefärbter Korallenfische schwimmt. 28.000 Li-
ter fasst das Becken, gestaltet wurde es vom „Haus der Natur“ in Salz-
burg unter der Leitung von DDr. h. c. Eberhard Stüber.
Ein Fisch mit Tradition
Auch wenn der Anblick atemberaubend ist – Balthasar Hauser geht es
mit der Idee des Aquariums um mehr als nur die Schaffung einer
weiteren Attraktion für Gäste. „Schon immer haben sich die Leute
gefragt, warum in Tirol die Bänder der Kuhglocken mit Muscheln ver-
ziert sind“, erzählt der Stanglwirt. Die Antwort lieferte ein Blick in die
Geschichtsbücher: Vor Millionen von Jahren wogte dort, wo jetzt Wäl-
der, Wiesen und Häuser sind, ein urzeitliches Meer. Der Wilde Kaiser,
der heute so majestätisch über das Tal wacht, war ein Riff voller Koral-
len. Kein Wunder also, dass sich viele Fossilien im Geröll fanden und
sogar am Eingang des historischen Gasthofs „Stangl“ eine große ver-
steinerte Schnecke wacht. So gesehen hat Balthasar Hauser die Haie
in ihren urzeitlichen Lebensraum zurückgeholt. Damit sich auch die
Fische beim Stanglwirt wohlfühlen, wurden bewusst Haie angesiedelt,
die bereits in Gefangenschaft geboren wurden und an das Leben im
Aquarium gewöhnt sind. Dass den beiden Meeresräubern mit den
überaus scharfen Sinnen – sie nehmen sogar den Herzschlag eines im
Sand eingegrabenen Fisches wahr – eine artgerechte Umgebung ge-
boten wird, wird nicht nur durch das Salzburger Haus der Natur garan-
tiert, sondern auch durch die Hai-Paten. Prof. Hans Hass und Prof.
Dr. Irenäus Eibl-Eibesfeld haben die Raubfische adoptiert – und sie auf
die Namen Romulus und Irenäus getauft.
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Das Magazin zum Jubiläum
Haifisch-Aquarium
Stanglwirt
400
Jahre
© Paul Dahan, Archiv Stanglwirt