Seite 78 - Bio-Hotel Stanglwirt | Jubiläumsmagazin 400 Jahre

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Das Magazin zum Jubiläum
400
Jahre
Stanglwirt
inseln umspielen. Lichte Deutsche Tamarisken und Walcholderbäume,
hinter denen die einzigartigen Augebiete des Außerfern Hobby-
botanikern sumpfig-feuchte Träume bescheren – was bei 1.160
nachgewiesenen Blütenpflanzen weiters nicht verwundern mag.
Die jüngste Erfolgsstory rund um die wilde Flusslandschaft des Lech
und seiner Seitentäler beweist: Tirol setzt sich auch jenseits von Spaß-
tourismus-Events spannend in Szene. Winterliche Beachvolleyball-Tur-
niere auf beheizbarem Sand? Monsterinszenierungen von Hannibals
Alpenüberquerung, bei denen Pistenbullys als Elefantenersatz herhal-
ten müssen? Solche Exzesse, mit denen Ischgl und Sölden um Gäste
buhlen, übertönen Tirols stille Schönheiten stets nur für kurze Mo-
mente. Denn bald ist bei den Feuerschluckern am Eis der Ofen aus.
Legt sich nach dem Disco-Donnern der Synthesizer-Gewitter Stille
über den Gletscher. Dann gibt einem Tirols grandiose Natur Berge –
und beeindruckt mit einer geradezu atemberaubenden Vielfalt.
Das einsamste Waldgebiet der Nordalpen
Kaum ein Tiroler Naturpark, der das nicht auf seine Art beweisen
würde. Die leuchtenden Aublüten am Ufer der Lech sind da bloß ein
zauberhafter Farbtupfer neben anderen auch. Wer einmal die Wande-
rung zu den uralten Ahornbäumen des Großen Ahornbodens im Al-
penpark Karwendel gemacht hat, weiß für ein Leben lang: Es liegt
eine ganz eigene Kraft über dem einsamsten Waldgebiet der nörd-
lichen Alpen. Fast möchte man meinen: so etwas wie Spiritualität. Das
Vomper Loch, der „Grand Canyon“ des Karwendels, all die schartigen
Grate und bizarren Zacken des größten österreichischen Naturschutz-
gebiets – wie eine Insel vor unserer Zeit wirkt diese alpine Bilderbuch-
landschaft. Dass an seinen Rändern die Blechlawinen des Inntalver-
kehrs abgehen, scheint Lichtjahre weit entfernt.
Dabei muss man nicht unbedingt nach oben blicken, um Tirols Natur
in vollen Zügen zu genießen. Klar: Perfekte Passepartouts fürs herr-
liche Landschaftsbild geben die Berge in jedem Fall ab, sie rahmen die
Naturschönheiten in immer neuer Perspektive. Wer im Naturpark Ötz-
tal die dreihundert Jahre alten Baumveteranen des Obergurgler Zir-
benwaldes, wer die Urgewalt des nahen Stuibenfalls – Tirols höchstem
Wasserfall – gesehen hat, weiß, wovon die Rede ist. Doch nicht selten
liegt die Besonderheit nur wenige Nature-Watch-Meter weit entfernt
direkt vor den eigenen Füssen. Das mögen Schmetterlinge sein, ein
flatterndes Heer aus 1.400 verschiedenen Arten, das im Naturpark
»
Orchideen, Schmetterlinge,
Baumriesen: Nicht selten liegt
die Besonderheit nur wenige
Nature-Watch-Meter entfernt
direkt vor den eigenen Füßen.«
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Es liegt eine ganz eigene Kraft
über dem einsamsten Waldge-
biet der nördlichen Alpen. Fast
möchte man meinen: so etwas
wie Spiritualität«
Nature Watch
öffnet Aug und Ohr
für die Tierwelt
.
Hüttling-Moos ist zentraler
Ausgangspunkt für Nature-
Watch-Touren.
© Paul Dahan, KAM/Albin Niederstrasser, Festspiele Erl, Innsbruck Tourismus
Tirol und Nature Watch