Seite 80 - Bio-Hotel Stanglwirt | Jubiläumsmagazin 400 Jahre

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Das Magazin zum Jubiläum
Einheimischen vorbehalten. Die runde Kuppe der Hohen Salve, Herz-
stück der riesigen Skiwelt Wilder Kaiser, mit 250 Kilometern Piste und
Anbindung ins Brixental eines der größten zusammenhängenden Ski-
gebiete der Welt, kann so viel Bergfrieden nicht stören. Kein Wunder,
dass sich auch das Kleingetier wohlfühlt: die alpin-endemischen
Gletschermohrenfalter, die vom nahen Kaisertal aus in höhere Lagen
flattern, Urinsekten, die „Tattermandl“ genannten Alpensalamander,
Kleinsäuger wie Siebenschläfer und Haselmaus – alles da. Und weil es
schon Kaisergebirge heißt: Neben Schneemaus und Schneehase
huscht vielleicht ja auch das königliche Hermelin vors Binokular.
Doch schützenswert sind ja nicht nur die Kleinode der Natur. Zurück
zu den Wurzeln: Das hat in Tirol Tradition – und meint nicht immer
Ragwurz und Co. Das weiß auch der Kramsacher Heinz Mantl, dem in
den Siebzigerjahren, als sich so mancher Klotz vor verwaiste, alte Ge-
höfte schob, ein ganz besonderes Tirol-Panorama vorschwebte. Also
begann er sich umzuhören und umzuschauen. Im Ötz- und im Zillertal
und bei seinen Freunden drüben im Kufsteiner Söll. Schon 1974 war
es so weit: Endlich trudelten zwischen Innsbruck und Kufstein die ers-
ten Gehöfte ein. Genauer: im Gebiet der Kramsacher Seen, wo sich
die Initiative des Heinz Mantl in ein Tiroler Freilichtmuseum verwan-
delte: in das Museum Tiroler Bauernhöfe.
Tirol unter der Lupe
Little Tyrolia“ könnte man den Flecken heute nennen. Denn wie
durch eine Lupe betrachtet verdichtet sich hier das schöne Land. Alten
Tirolern, die im Bundesland ein wenig herumgekommen sind, mag
das Dorf vielleicht sogar ein wenig spanisch vorkommen. Oder sagen
wir lieber: pan-tirolerisch, weil bunt zusammengewürfelt. Von isolier-
ten Tälern und aus ganz verschiedensten Ecken tauchen da die Giebel
und Bauweisen auf. Vierhundert Jahre alte Bauernhäuser aus dem
Pitztal, akkurat ausgerichtete Paarhöfe, aufwändig aus Holz Konstru-
iertes aus dem für seine Zimmermänner seit jeher berühmten Alp-
bachtal, der ganz und gar anders gemauerte Einhof aus Walchsee bei
Kufstein oder der Oberinntaler Trujer-Hof, der, mehr Steinburg als
Holzbau, trotz ein Meter dicker Außenwände mit einer Durchfahrt aus-
gestattet ist – sie alle verweisen auf die überbordende Bandbreite an
Bau- und Siedlungstypen, die es eben nur hier zu sehen gibt.
An manchen Tagen, und da ganz besonders am jährlich stattfindenden
Kirtag, füllen sich all diese Häuser mit Leben. Nach Moosbeernocken
und Äpfelradln duftet es dann, und auch Korbflechter und Töpfer ge-
ben erlesene Kostproben ihres Könnens. Dann wird auch klar, dass
Tirols Gehöfte ja seit jeher weit mehr waren als einfach nur Häuser am
Berg. Eher schon handelt es sich um kleine Dörfer für Großfamilien.
Tirol und Nature Watch
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Urinsekten, Alpensalamander,
Siebenschläfer und Haselmaus –
alles da. Vielleicht huscht auch
noch das königliche Hermelin
vors Binokular.«
400
JahrePerit la
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Natur erleben:
Die reiche Fauna
und Flora Tirols
überwältigen.
Traditionen
erleben: Auf vielen
Almen lebt noch
das alte Tirol.
© Paul Dahan, KAM, StockXpert
Stanglwirt
400
Jahre