Seite 88 - Bio-Hotel Stanglwirt | Jubiläumsmagazin 400 Jahre

In den folgenden Jahren begleiten die Mayr-Melnhofs die Entwicklung
des Stanglwirts. Alles wird größer, moderner. „Ich habe hautnah mit-
erlebt, wie Balthasar den Betrieb entwickelt und vorwärts gebracht
hat“, sagt die Baronin, „es hat sich viel geändert in den Jahrzehnten,
aber bei allen Veränderungen spürt man das Feingefühl der Familie
Hauser, die bäuerlichen Wurzeln.“ Da ist es wieder: Tradition und Bo-
denständigkeit.
Erfolgsfamilie
Die Treue der Mayr-Melnhofs adelt auch den Stanglwirt. Denn der
Name Mayr-Melnhof ist einer der klingendsten Österreichs. Tradition
und modernes Unternehmertum kommen hier zusammen. Die Fami-
lie wurde erstmals 1434 urkundlich erwähnt – das ist die Tradition.
Heute beherrscht sie Europas größten Karton- und Faltschachtelher-
steller, die Mayr-Melnhof Karton AG, mit einem Jahresumsatz von
mehr als 1,7 Milliarden Euro – das ist das erfolgreiche Unternehmer-
tum (siehe Kasten Seite 94).
Allerdings hat bei dem Karton-Giganten vor allem der steirische Zweig
der Familie das Sagen. Zwar wird bei den Mayr-Melnhofs seit Jahrhun-
derten darauf geachtet, den Familienbesitz zusammenzuhalten, dennoch
kam es 1893 zur Trennung in einen steirischen und einen Salzburger
Zweig. Die Steirer sind eher industriell orientiert, die Salzburger forst-
wirtschaftlich. Ihnen gehören rund 7.000 Hektar Grund und Boden in
Salzburg und Oberösterreich. Dazu zählen auch der Familiensitz Schloss
Glanegg sowie Schloss Kogl bei St. Georgen im Attergau. „Wir sind mit
Wald und Boden eng verbunden“, sagt auch die Baronin.
Der jüngste Spross steht an der Spitze
Gebündelt sind die wirtschaftlichen Aktivitäten der Salzburger Mayr-
Melnhofs in der MM-Forstverwaltung. Seit 15 Jahren führt der jüngste
Sohn Max die Geschäfte und arbeitet an einer Verbreiterung der Akti-
vitäten. Auf dem Gelände des Gutshofes sind etliche Büros entstan-
den, neben dem Holzgeschäft sollen vor allem die Grundstücke ge-
zielter genutzt werden, etwa durch die Errichtung von Gewerbeparks.
Mit Erfolg: So entsteht unter anderem das neue Speditionsterminal
des Logistik-Riesen Schenker in Bergheim auf einer Wiese der Mayr-
Melnhofs. Die ungewöhnliche Nachfolgeregelung im Familien-Unter-
nehmen hat einen ebenso ungewöhnlichen Hintergrund. Denn Max’
älterer Bruder Georg entschied sich nach seinem Wirtschaftsstudium
gegen die Business-Welt, trat in ein Priesterseminar ein und studierte
Theologie. Mittlerweile arbeitet er als Religionslehrer und missioniert
im Rahmen der christlichen Loretto-Gemeinschaft.
Seine Hinwendung zur Theologie kommt nicht von ungefähr: Die Re-
ligion spielt in der Familie eine große Rolle. Auch im Urlaub: „Jeder
Morgen beginnt mit einem gemeinsamen Gebet. Tagsüber macht
dann jeder, was er will. Und vor dem Abendessen um 19 Uhr treffen
wir uns zu einem Rosenkranz-Gebet“, schildert Maria-Anna Mayr-
Melnhof. Selbstverständlich ist die Baronin auch außerhalb des Ur-
laubs christlich engagiert. So unterstützt sie aktiv als Vorsitzende die
Stiftung „Pro Oriente“. Diese wurde 1964 von Kardinal Franz König
gegründet, um die Beziehungen zwischen der römisch-katholischen
Kirche und den orientalisch-orthodoxen Kirchen in Ost- und Südost-
europa zu pflegen und zu fördern. „Für mich ist sie wahrlich die Grand
Dame von Pro Oriente, sie hat über viele Jahre hinweg unendlich viel
Gutes getan“, lobt etwa Salzburgs Erzbischof Dr. Alois Kothgasser das
Engagement von Maria-Anna Mayr-Melnhof. Auch Balthasar Hauser
hat sie persönlich als Vorstandsmitglied für Pro Oriente gewonnen.
Zu ihrem Selbstverständnis als Baronin gehört auch ein ausgeprägtes
karitatives Engagement. So ist sie seit 25 Jahren Präsidentin der Part-
nerhunde für Behinderte. Dieser gemeinnützige Verein bildet mit gro-
Der Salzburger Zweig der Familie
besitzt 7.000 Hektar Land in
Salzburg und Oberösterreich:
»
Wir sind mit Wald und Boden
eng verbunden«, sagt die Baronin.
Treue Gäste: Balthasar Hauser bedankt sich bei der Familie Mayr-Melnhof.
Stanglwirt Balthasar Hauser mit Landesrätin Doraja Eberle.
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Stanglwirt
Das Magazin zum Jubiläum
Mayr-Melnhof
400
Jahre