Seite 94 - Bio-Hotel Stanglwirt | Jubiläumsmagazin 400 Jahre

Militär-Spiele, den Titel des Europameisters – und 1999 den Welt-
meister-Gürtel der WBO. Immer wieder hemmten schwere Verlet-
zungen seine Laufbahn, er wollte sogar schon die Boxhandschuhe an
den Nagel hängen und blieb exakt 1400 Tage im sportlichen Ruhe-
stand – doch er kämpfte sich jedes Mal an die Spitze zurück.
Wladimir, der „kleine Bruder“ (er ist nicht nur fünf Jahre jünger, son-
dern mit 1,98 Meter Körpergröße tatsächlich um zwei Zentimeter klei-
ner als sein Bruder), startete mit 14 Jahren die Boxlaufbahn. Auch in
seiner Karriere funkeln zahlreiche Höhepunkte: Mit 17 Jahren wurde
er Junioren-Europameister, er siegte mehrfach in Staats- und bei Mili-
tärweltmeisterschaften. 1996 gewann er in Atlanta olympisches Gold
ein echtes Highlight für den Sympathieträger aus Kiew. Danach
folgten Europameister- und Weltmeistertitel.
Trotz dieses Lebens im Scheinwerferlicht – zu Freunden und Unter-
stützern zählen John McEnroe genauso wie Boris Becker, Ed Moses
oder Thomas Gottschalk – blieb das erste Brüderpaar der Geschichte,
das gleichzeitig Boxweltmeister ist, unkompliziert und bodenständig.
Die Berge, die Tiroler Luft, die angenehme, freundschaftliche Atmo-
sphäre, die einmalige Unterkunft und die hervorragende Bewirtung“
sind es, die Wladimir und Vitali immer wieder nach Going am Wilden
Kaiser zurückkehren lassen. Längst sind aus den Stammgästen Freunde
der Familie Hauser geworden, Stanglwirt Balthasar Hauser lässt es
sich nicht nehmen, zu jedem Kampf der beiden anzureisen. Schließlich
weiß er, was er seinen treuen Gästen schuldig ist: „Wenn die Klitsch-
kos im Hause sind, fühle ich mich immer besonders sicher. Denn wer
kann schon solche Bodyguards vorweisen.“
Auch andere prominente Sportler, die im Stanglwirt einkehren, verste-
hen sich mit dem boxenden Brüderpaar bestens. Da kann es schon
passieren, dass an der Rezeption gerade die österreichischen Ski-Stars
einchecken, Spartak-Moskau-Coach Stanislav Tschertschessow seine
Mannschaft zum Training führt, während sich Wladimir mit seinem
Star-Trainer Emanuel Steward zum täglichen Training in die Tennis-
halle begibt. Ein freundschaftliches Geplänkel und der eine oder ande-
re Scherz unter den Kollegen verstehen sich dabei von selbst. Wladi-
mir: „Von meiner Großmutter habe ich gelernt, dass das Leben zu kurz
ist, um schlecht gelaunt zu sein. Im Ring braucht es neben konse-
quenter Vorbereitung und effizientem Training Spaß an der Sache und
eben auch gute Laune, um letztendlich erfolgreich sein zu können.“
Auch wenn mancher Gast schon ein wenig schluckt, wenn sich
Dr. Eisenfaust“ und „Dr. Steelhammer“ mit eingezogenem Kopf
durch die Saunatür zwängen – die Klitschkos sind nur für Gegner im
Ring unangenehm. Abseits des Sports setzen sie sich vehement für
humanitäre Anliegen ein, kämpfen für die Demokratie-Bewegung in
der Ukraine, gründen Stiftungen zur Unterstützung notleidender Kin-
»
Von meiner Großmutter habe ich
gelernt, dass das Leben zu kurz
ist, um schlecht gelaunt zu sein.
Auch im Ring braucht man gute
Laune, um erfolgreich zu sein.«
Wladimir, der mit 198 cm „kleinere“ der erfolgreichen Klitschko-Brüder.
Schlagkräftiges Trio: Trainer Fritz Sdunek, Trixi Moser, Vitali Klitschko.
© Klitschko Management Group, pro.media/Stanglwirt, Archiv Stanglwirt
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