Seite 26 - Bio-Hotel Stanglwirt:

als der US-Amerikaner Daron Rhalves die wilde Hatz auf der Streif ge-
wann, war die Party längst ein weltweit bekannter Begriff. „Damals rief
mich Frank Farian an und fragte mich, was bei uns los sei. Er saß in
Miami und im Fernsehen liefen Bilder von der Weißwurstparty beim
Stanglwirt in Going über den Bildschirm“, erzählt Stocker, der mittler-
weile bei Red Bull eine Führungsposition bekleidet. Schließlich wurde
die Party in die Reithalle übersiedelt, zählte 2.500 Gäste, zog Weltstars
und Prominenz an. Die Organisation des Festes dauert mittlerweile min-
destens sechs Monate, drei Monate vor der „Nacht der Nächte“ startet
der Ticketverkauf.
Zurück zum Ursprung
Toni Holnburger reist heute mit LKWs und „einer mobilen Metzgerei“
an, wie Trixi Moser scherzt, Starkoch Alfred Schuhbeck sorgt gemein-
sam mit dem „Weißwurstpapst“ für Sonderkreationen wie den Weiß-
wurst-Burger. „Manche kommen gar nicht mehr wegen des Rennwo-
chenendes sondern nur mehr wegen der Party nach Kitzbühel“,
resümiert Stocker. Hinter den Kulissen rackern ein Team aus Bühnen-
technikern, ein hausinternes Organisationsteam und die erfahrene
Stanglwirt-Küchen- und Kellnermannschaft für einen möglichst rei-
bungslosen Ablauf. Die Reithalle muss komplett geräumt, umgebaut
und dekoriert, alles für den Massenansturm vorbereitet werden.
Gleichzeitig ist das Hotel randvoll, und manche Gäste wollen keinen
Trubel. Man muss darauf achten, dass man sich auch zurückziehen
kann. Das ist man als Gast gewöhnt, wenn man daheim beim Stangl-
wirt ist“, schildert Stocker die besonderen Herausforderungen.
Jetzt, zum 20. Jubiläum, soll es eine Zäsur geben. Die Stanglwirts-
Tochter Maria Hauser, die nach Studium in Australien und Karriere in
den USA als Marketing-Chefin nach Going zurückgekehrt ist, über-
nimmt die Leitung der Weißwurstparty – und plant einige Änderun-
gen. „Man muss aufpassen, dass die Party ihren Charakter behält“,
sagt sie. „Wir wollen keinen Wettlauf um Stars und Sternchen liefern,
sondern ein Fest sein, das zum Hahnenkamm-Wochenende gehört
wie die Abfahrt auf der Streif.“ Schließlich hat man auch dort der mo-
dernen Zeit Rechnung getragen, 10.000 Meter Zäune errichtet, man-
che gar zu brutale Elemente etwas abgemildert. Nur so konnte man
den Mythos Streif vor dem Untergang bewahren, nur so sicherstellen,
dass es ein zwar nach wie vor hartes und gefährliches Rennen, aber
kein lebensverachtendes russisches Roulette wurde. Maria Hauser
plant daher die Rückbesinnung auf die Ursprünge: „Es wird viel mehr
Hüttengaudi als Galanacht werden … ganz so wie’s beim Stanglwirt
der Brauch ist.“ Die Reithalle wird als rustikale Hütte dekoriert, mit
handgeschnitzten Herzerl-Balkonen und einem Kaiserwasser-Brun-
nen. Die Skistars werden wieder viel mehr in den Mittelpunkt gestellt,
Eintrittskarten und Presse-Akkreditierungen deutlich strenger limi-
tiert.“ Klar muss es auf einer Party „knackevoll sein“, wie sie sagt, aber
eben so, dass es noch ein Vor und Zurück gibt, ein Wohlgefühl. „Die
Alternative dazu wäre gewesen, noch prominentere Popstars zu ho-
len. Aber wenn wir auf einmal in Dimensionen wie Robbie Williams
oder U2 denken, muss man sich einfach fragen: ‚Sind das noch wir?
Ist es das, was der Stanglwirt verkörpert?’ Wir sind ein Hotel, in dem
man sich ,daheim‘ fühlen soll, kein Weltkonzern!“
Ziel der international erfahrenen Party-Organisatorin ist es, auch die
Weißwurstparty mit jenen Werten auszustatten, die den Stanglwirt so
begehrt machen: „Das Daheim-Gefühl, die Authentizität, die klare Ori-
entierung, dass Qualität immer vor Quantität geht.“ Ihr Vater, der
Stanglwirt Balthasar Hauser, unterstützt diese Idee mit all seiner Kraft:
Die Party ist aus dem Werden geworden“, philosophiert er, „sie lebt
aus den Gegensätzen von lokaler Kultur, wie wir sie am Stammtisch
pflegen, regionaler Kultur, wie wir sie aus der engen Verbindung von
Tiroler Tradition und bayerischer Weißwurst erhalten, und dem inter-
nationalen Glamour der Gäste. Und über allem schwebt der familiäre
Geist.“ Auch Party-Erfinder Reinhard Stocker sieht die Kurskorrektur
positiv, auch er weiß, dass die berühmte Gastlichkeit beim Stanglwirt
auch an diesem einen Abend nicht verloren gehen darf. Maria Hauser
hat die Spider Murphy Gang als Hauptact engagiert, „weil die auch
vor 20 Jahren schon Mega-Hits hatten, also zu der Zeit, als die Party
entstanden ist.“ Außerdem sind sie die „bayerische Band“ schlechthin.
Zusätzlich spielen die legendären „Blechblosn“ vom Münchner Okto-
berfest und die Hermes House Band als weitere Stimmungsgaranten.
DJ Otto beschallt wieder die Reithalle, dazu gibt es noch eine DJane,
die den ersten Stock der Tenne mit ruhigeren Klängen in eine rustikale
Zigarrenlounge – genannt „Rauchkuchl“ – verwandelt. Auch eine zu-
sätzliche Disko gibt es noch am Heuboden (im ersten Obergeschoß),
die „Tanzboden“ genannt wird. Dort spielt die bekannte Band „Jay &
Friends“ zudem live auf. Es ist also auch für die moderne Komponen-
ten auf dem Side-Event des Hahnenkamm-Rennens bestens gesorgt.
Alle, die Maria Hausers Konzept gesehen haben, sind überzeugt, dass
die 20. Weißwurstparty das wird, was sich die Organisatorin wünscht:
Eine urig-echte, unvergessliche Hüttengaudi, auf der sich ein jeder
Gast als Ehrengast fühlen soll und darf.“
Partytickets unter:
»
Die 20. Weißwurstparty
wird eine urig-echte Hütten-
gaudi, auf der sich ein jeder
Gast als Ehrengast fühlen
soll und darf.«
Party-Chefin Maria Hauser plant zum 20. Jubiläum der Weißwurstparty
einige Änderungen: „Es wird viel mehr Hüttengaudi als Galanacht werden.“
26
Das Magazin zum Jubiläum
Stanglwirt
Die Party/Das Rennen
20
Jahre Weißwurstparty