Seite 52 - Bio-Hotel Stanglwirt:

Balthasar Hauser mit der Abfahrer-Legende Franz Klammer.
Maria Riesch und Lindsey Vonn, zwei erfolgreiche Freundinnen.
Nagano 1998 wurde er weltweit bekannt: Bei der Kombinationsab-
fahrt stürzte Maier schwer, flog 40 Meter durch die Luft, überschlug
sich mehrmals und kam erst im Tiefschnee zu liegen. Die Bilder des
schrecklichen Unfalls gingen um die Welt, wurden auf CNN ebenso
gesendet, wie auf den Titelseiten großer, internationaler Zeitungen ab-
gedruckt. Maier erlitt Prellungen, Abschürfungen, leichte Verletzungen
an Knie und Schulter. Sein erster Gedanke: „Wenn ich jetzt noch Gold
gewinne bin ich unsterblich.“ Drei Tage später hat er dieses Kunst-
stück geschafft: Er holte Gold im Super-G. Und dann auch noch im
Riesentorlauf. Eine unglaubliche Leistung. Aus Maier wurde der „Her-
minator“, unschlagbar und allen Rückschlägen trotzend wie Arnold
Schwarzenegger in der Terminator-Trilogie. Maier gewann weiter, hol-
te im Gesamtweltcup der Saison 1999/2000 exakt 2.000 Punkte –
ein bis heute nicht übertroffener Weltrekord. 2001 gewann er noch
die Abfahrt auf der Streif, seine Lieblingsstrecke. Wenige Monate spä-
ter verunglückte er mit dem Motorrad schwer. Das Schienbein zerfetzt,
der Oberschenkel offen. Sieben Stunden kämpften Chirurgen in Salz-
burg um sein Bein, lange stand es an der Kippe, ob der Unterschenkel
amputiert werden musste oder nicht. Die Karriere schien zu Ende.
Skifahren? Ja, wenn er in der Rehabilitation ehrgeizig ist, aber höchs-
tens als Hobby auf leichten Pisten, lautete die Prognose der Ärzte.
Maier widerlegte sie anschaulich. 2003 setzte er zum Comeback an –
und gewann den Gesamtweltcup. Immer wieder schlug Maier zu, vor
allem dann, wenn er als zu alt, zu unmotiviert kritisiert wurde. Plötzlich
stand er wieder auf dem Podest. Und als ob er nicht schon genug
Schicksalsschläge erlitten hätte, wurde auch noch ein Haarriss in einer
Bandscheibe der Lendenwirbelsäule festgestellt. Eine überaus schmerz-
hafte Verletzung. Maier ignorierte sie – und gewann Ende2008 den
Super-G in Lake Louis. Sein letzter Weltcupsieg, ehe er sich 2009
endgültig vom Rennsport verabschiedete. Treu blieb er dem Stangl-
wirt, wo er sich so oft von Verletzungen erholte und Kraft für den
Winter antrainierte. Auf der Weißwurstpartys er sie wieder, die Helden
der Streif: Stephan Eberharter etwa, den Doppel-Weltcupsieger, der
die Hahnenkamm­abfahrt zweimal gewann. Oder Hannes Trinkl, der
Maier 2001 den WM-Titel vor der Nase wegschnappte, den Ex-Skirenn-
läufer und Top-Unternehmer Klaus Heidegger, oder Armin Assinger, heu-
te beliebter TV-Moderator. Und natürlich zahlreiche Athleten aus anderen
Ski-Nationen wie Marc Giradelli, Bruno Kernen oder Franz Weber.
Weißwurstparty als Treffen der Ski-Nationen
Der Sport ist sowieso international. Deshalb kommen nicht nur die
österreichischen Skilegenden zur Weißwurstparty, sondern auch die
Helden anderer Länder. Rosi Mittermaier etwa, die in den Siebzigern
Skigeschichte schrieb, gemeinsam mit Ehemann Christian Neureuther,
sechsfacher Sieger bei Weltcuprennen und Vater von Felix, der im
Vorjahr den Slalom am Ganslernhang in Kitzbühel gewann. Auf der
Weißwurstparty lassen sie neue und alte Zeiten hochleben. Rosi Mit-
termaier etwa mit ihrer damals schärfsten Konkurrentin, Annemarie
Moser-Pröll, 62-fache Weltcupsiegerin, fünffache Weltmeisterin und
Olympiasiegerin. Eine weitere Legende des Skisports, die zeigte, was
wahrer Charakter ist. Am Höhepunkt ihrer Karriere trat sie zurück –
um ihren schwer krebskranken Vater zu pflegen. Nach seinem Tod
kehrte sie an die Weltspitze zurück. Eine beeindruckende Leistung.
Doch schon steht die nächste Generation davor, Geschichte zu schrei-
ben. Lindsey Vonn etwa, ein treuer Stanglwirtgast, oder ihre beste
Freundin, Maria Riesch, die das deutsche Fräuleinwunder auf den
Schnee zaubert. Bei der Weißwurstparty trifft man sie alle.
© Archiv Stanglwirt, Karl-Josef Hildenbrand/dpa/picturedesk.com
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