Seite 66 - Bio-Hotel Stanglwirt:

Spaß statt Charts
SASA könnten die Charts stürmen. Aber das wollen sie gar nicht. Lieber spielen sie
auf privaten Festen ihrer großen Fangemeinde im In- und Ausland. Und natürlich
jeden Freitag „Auf der Tenne“ beim Stanglwirt.
D
ie Hotelbar „Auf der Tenne“ ist gesteckt voll, die Stimmung 
ist ausgelassen, überall wird zwischen den Tischen und Sofas 
des großzügigen Lokals getanzt. Die Musik von SASA ist zu 
mitreißend, als dass man still auf dem Hocker sitzen bleiben könnte.
Jeden Freitag gibt es ein SASA-Konzert im Stanglwirt, und das schon 
seit neun Jahren. „Wir sind uns durch Zufall begegnet“, erzählt Band-
leader Rupert Angerer: „Wir haben auf einem privaten Fest gespielt, 
auf dem auch Balthasar Hauser Gast war. Und offensichtlich haben 
wir ihm so gut gefallen, dass er uns gleich engagiert hat.“ Wer selbst 
Vollblutmusiker ist, erkennt eben auch die Qualitäten anderer. Die 
Gäste haben SASA auf Anhieb ins Herz geschlossen. Endlich einmal 
etwas ganz anderes, Musik, die in die Beine fährt, aber doch so wohl-
tuend anders ist als das Repertoire aus gecoverten Schlagern, das man 
andernorts hört. 
SASA, das sind die Brüder Rupert und Christian Angerer, Markus und 
sein Cousin Klaus Schmalzl sowie Hermann Huber. Auf den Einsatz 
von Elektronik wird komplett verzichtet, jedes Mitglied der hervorra-
gend eingespielten Band beherrscht mehrere Instrumente. Bei einem 
Auftritt werden 13 verschiedene Instrumente gespielt: Saxophone, 
Klarinetten, Gitarren, Geige, Bassgeige, Akkordeon, Posaune, Trom-
pete, Cajon und Kazoo sorgen für dampfende Tanzflächen. Daraus 
entsteht ein ganz eigener Sound. Musikalische Schätze aus der Ver-
gangenheit, zu denen es keine Noten, sondern nur persönliche Über-
lieferungen gibt, deutschsprachige Lieder, zum Teil aus den 20ern und 
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ern des vorigen Jahrhunderts, aber auch Gospels, Chansons und 
natürlich Eigenkompositionen. Was sich nach einer wilden Mischung 
anhört, ist in Wirklichkeit ein mitreißendes Gesamterlebnis. 
Die Band, die nicht berühmt werden will
Wer es erleben will, muss schon zum Stanglwirt nach Going. Oder auf 
einem privaten Fest meist prominenter Gastgeber geladen sein. Beim 
Hahnenkammrennen wurden sie schon engagiert, Franz Beckenbauer 
ließ seine Hochzeitsgäste zum SASA-Sound tanzen, Gerhard Berger 
holte sie nach Monaco, wo sie Fürst Albert ins Schwitzen brachten. 
Auch Bundespräsident Heinz Fischer zählt schon zu den SASA-Fans. 
Da ließe sich doch mehr daraus machen? „Freilich“, sagt Rupert 
Angerer, „aber das wollen wir gar nicht. Wir haben Familien, und dass 
uns irgendwer jeden Tag anschafft, wo wir zu spielen haben, wäre uns 
ein Gräuel.“ Der deutsche TV-Sender RTL nannte SASA „die einzige 
Band, die nicht berühmt werden will.“ Dabei sind sie es ja längst. Bei 
denen, wo sie wirklich spielen wollen. Angerer: „Die Musik muss Spaß 
machen, wir wollen das genießen.“ Diesen Genuss hört man. Entwe-
der live oder auf CD, die unter
© SASA
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Das Magazin zum Jubiläum
Stanglwirt
SASA
20
Jahre Weißwurstparty