Seite 77 - Bio-Hotel Stanglwirt:

delten. Einer der Knappen – ein Mann namens Wolfgang Widmer –
bekam jenes Grundstück zugeteilt, auf dem heute der Stanglwirt steht.
1564
wurde dort erstmals Wein ausgeschenkt, 1609 eine Gastrolizenz
erteilt – im damaligen Behördendeutsch als „Wirtsgerechtigkeit“ be-
zeichnet. Beliebt war der Stanglwirt in seiner langen und wechselvol-
len Geschichte immer. Weil er köstliches Wasser aus dem eigenen
Brunnen hatte (bei dessen Renovierung die Kaiserquelle, ein artesi-
scher Brunnen mit hochwertigstem Wasser aus den Tiefen des Gebir-
ges, entdeckt wurde), besseren Wein als seine Konkurrenten anbot –
und Reisenden und Fuhrwerkern, die von der Dunkelheit überrascht
wurden, nicht die Tür wies. Immer hatte der Stanglwirt auch eine
Landwirtschaft betrieben; mit Maria Hauser, die 1889 auf dem Stangl-
gut einzog, kam auch die Pflege der echten Volksmusik auf die Prama.
ern lässt. Natürlich lässt sich die romantische Hütte inmitten der alpi-
nen Pflanzenwelt auch als Partylocation oder Hideaway für Verliebte
nutzen. Schließlich kann man den Kontakt zur Außenwelt vorüberge-
hend auch ganz abreißen lassen. Auf Wunsch werden Koch und Butler
bereitgestellt, der Kühlschrank im Haus wird mit Köstlichkeiten gefüllt,
herzhaftes Frühstück wird bei Bedarf ebenso angeliefert wie ein zünf-
tiges Mittagessen.
Luxus mit Geschichte
Will man die Zeit zu zweit mit einem Ausflug unterbrechen, bietet sich
eine Nature-Watch-Tour an: Mit einem kundigen Guide und geliehe-
nen Swarovski-Ferngläsern geht es zu den stillsten Winkeln am Wilden
Kaiser. Dort, wo nur die Natur Landschaft und Gelände geformt hat,
kaum ein Mensch anzutreffen ist und die Tier- und Pflanzenwelt ein
einzigartiges Paradies nahe der „Zivilisation“ findet. Ein Angebot, das
perfekt zum Stanglwirt passt. Eigentümer Balthasar Hauser fühlt sich
seit Kindesbeinen der traditionellen Landwirtschaft verpflichtet und
achtet penibel darauf, dass der Luxus seines Fünfsternresorts nicht zu
Lasten von alten Traditionen oder gar von Ressourcen und Umwelt
geht. Die Wurzeln des Hotels reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück,
als üppige Silber- und Kupferfunde in der Gegend Tausende Glücksrit-
ter anzogen, die sich als Bergleute versuchten und die „Prama“ besie-
»
Beliebt war der Stanglwirt
schon immer. Weil er köstliches
Wasser hatte, besseren Wein
anbot und Fuhrleuten in der
Dunkelheit nicht die Tür wies.«
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Das Magazin zum Jubiläum
Stanglwirt
20
Jahre Weißwurstparty
Das Hotel