Das Kuhstallfenster ist längst zu einem Markenzeichen des Gasthofs Stanglwirt geworden. Dabei wurde die geniale Idee eigentlich aus der Not heraus geboren.
Das Stallfenster beim Stanglwirt
Ein Markenzeichen des Gasthofs
Volksmusik im Gasthof Stanglwirt
Neugierig auf unsere Kuhstallstube? Sammeln Sie hier die ersten Eindrücke...
Schuld daran waren die Sänger: Die Mutter des heutigen Stanglwirts, Anna Hauser, selbst begeisterte Sängerin, holte die Volksmusik in den berühmten Gasthof. Diese „Sängertreffen“ genossen bald legendären Ruf – und so kam es, dass die Wirtsstube bald zu klein für die rasch wachsende Veranstaltung wurde. Also wurde ausgebaut. Das an der Westseite des Saales anschließende „Sagmehlschüpfei“ wurde aufgelassen und dem neuen Saal angegliedert. Bei der Versetzung der Mauer an der Nordseite ergab sich aber ein kleines Problem: Ein Fenster zum Kuhstall wurde dahinter sichtbar. Der bekannte Architekt Albertini aus Wörgl, zuständig für die Neugestaltung des Speisesaales, wollte es schon zumauern lassen, aber Lois, der Mann an der Seite von Anna Hauser, hatte die glänzende Idee, den Blick in den Kuhstall als Touristenattraktion bestehen zu lassen, und setzte sich gegen die Einwände des Architekten wegen der Geruchsbelästigung, wegen Schwierigkeiten in der Abdichtung usw vehement durch. Der Saalumbau gelang bestens! Die bevorzugten Tische standen nun etwas erhöht an der rechten Saalseite. Sie waren besonders begehrt, weil man von hier aus nicht nur das bunte Treiben im Saal überblicken, sondern auch – in entgegengesetzter Richtung – durch kleine Fenster in den Stall schauen konnte, in dem Kühe und Kälber, Schweine und Ferkel, unberührt von den oft sehr prominenten Gästen nebenan, ihr friedliches Landleben führten. Das Stallfenster beim Stanglwirt war von nun an ein Markenartikel mit unglaublicher Werbewirksamkeit. So etwas hatte es noch nie gegeben, dass Kühe den Gästen beim Essen zuschauen und umgekehrt die Kühe sich von den Gästen nicht stören lassen. Das Kuhstallfenster gibt es natürlich noch heute. Seit jeher inspiriert es die Gäste zum Philosophieren. So schrieb der berühmte Verhaltensforscher Prof. Irenäus Eibl-Eibesfeldt einst ins Gästebuch: „Ich habe beim Stanglwirt viel erwartet, aber nicht, dass ich hier einen Verhaltensforscher antreffe. Nämlich einen Wirt, der genau weiß, dass Rindviecher einander gerne betrachten.“